Dienstag, 7. Juli 2009

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aids-alarmismus im jahre 1987

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die könige von st. pauli

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"Sich eine Pistole kaufen, nach Kempten fahren, dort in der Bahnhofstraße Nummer 3, zweite Etage, klingeln, eine Frau erschießen und wieder nach Hause fahren. Da kann die Polizei lange suchen."

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Als er Günter Graß im Fernsehen beobachtet, fällt ihm ein sonderbar gehässiger Vergleich ein: "So ein bißchen wie Hitler im Bunker der Reichskanzlei sieht er jetzt aus." Aber Kempowski ist nicht undankbar, er weiß, was er seinem Graß verdankt. Als er einmal nach Bonn eingeladen war, um vor der Friedrich-Naumann-Stiftung zu sprechen, befielen ihn Beklemmungen. "Wie öfter in solchen Fällen, stellte ich mir vor, ich sei Günter Graß, und da ging''s." (übersieht der rezensent da wirklich die gnadenlose bosheit, die in diesem letzten satz steckt, nebenbei die perfekte untermalung zu stuckrad-barres artikel - man stelle sich vor, man sei ein belangloses, von sich unendlich eingenommens nichts, schon sind alle beklemmungen verschwunden?)

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Die acht Jahre, die ich als Gefangener verbringen mußte, haben mich nachhaltig geschädigt. Das erzwungene Zölibat habe ich nie verwunden, sexuell bin ich ein kaputter Typ.

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karasek oder das lob des diebstahls

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ein treuer spiegel-leser

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Tage ohne einen Eintrag kommen mir dumm und leer vor. Immer wieder bin ich verblüfft, wie die Tatsächlichkeiten in der Reflexion ihren fiktiven Charakter freigeben. Erst in der Ausformulierung entstehen die Tatsachen, an denen ich mich orientiere. Ich vervielfache mein Leben durch die täglichen Notate, ja, ich erfülle es.

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Im Januar 1990 plant Kempowski Ausflüge in seine alte, nun wieder erreichbare Heimat, während Grass im Januar darlegt, wie er sich ins Rad der Geschichte zu werfen gedenkt, überzeugt, ohne sein Gemahne werde alles ein schlimmes Ende nehmen, Großdeutschland und Weltuntergang inklusive.

„Will versuchen, in der Frankfurter Rede das angebliche Recht auf deutsche Einheit im Sinne von wieder-vereinigter Staatlichkeit an Auschwitz scheitern zu lassen“, liest Grass nun den Göttingern seine staatsmännischen Größenwahnvorstellungen vom 2. Januar 1990 vor. Niemand im Saal lacht darüber, nein, das ist ernst gemeint und wird ernst genommen. Gelacht wird bei Wörtern wie „Literaturquartett“, „Kotzen“, „Heidepark“ oder „Schirrmacher“.

Bisschen blättern im Kempowski: „An Grass trauen sie sich nicht ran. Der große Rauner faselt von Auschwitz, dass uns die Ermordung der Juden verpflichte, die Teilung aufrechtzuerhalten. (...) Was die Teilung Deutschlands mit Auschwitz zu tun hat, kann einem niemand erklären. Die schreien einen gleich an, wenn man danach fragt.“

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rinus michels

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